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News-Artikel




18.03.2010

Beitrag vom 22.03.2010


Neue Ergebnisse aus der Forschung: Das Hobby Angeln trägt zur Integration von Menschen mit körperlichem Handicap bei.

An deutschen Gewässern noch Mangelware: Einfach zugängliche Angelplätze für behinderte Petri-Jünger.

Das ist das Ergebnis einer kürzlich vorgelegten Studie von Wissenschaftlern der Humboldt-Universität zu Berlin, des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin sowie des Instituts für Binnenfischerei in Potsdam.

Demnach leistet das Angelhobby für Angler mit körperlicher Schwerbehinderung einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität, Persönlichkeitsentwickung, Identitätsschärfung und zur sozialen Integration.

Gleichzeitig sind behinderte Angler bei der Ausübung ihrer Passion in stärkerem Maße eingeschränkt als Angler ohne Behinderung. Die Forscher schlagen deshalb Maßnahmen vor, die es Menschen mit körperlicher Schwerbehinderung erleichtern, an Gewässer zu gelangen und sicher ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Die neuen Studien, publiziert im Fachjournal Leisure Sciences sowie in einem umfangreichen Forschungsbericht, belegen die wesentliche Bedeutung des Angelhobbys für Menschen mit Behinderung. Rund 1.000 in Angelvereinen organisierte Angler, darunter 347 Menschen mit Schwerbehinderung, wurden in einer schriftlichen Umfrage nach dem beim Angeln erfahrenen Nutzen sowie nach Hemmnissen befragt.

Das Ergebnis: Angeln spielt für Menschen mit Schwerbehinderung eine größere Rolle für die persönliche Weiterentwicklung und die soziale Integration als für Menschen ohne Schwerbehinderung. So hilft ihnen diese Freizeitbeschäftigung, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen (zum Beispiel im Angelverein) und sich durch die Ausübung der im freien Gelände körperlich anspruchsvollen Tätigkeit selbst zu verwirklichen. Der Kontakt mit der Natur mit all seinen Herausforderungen wirkt zudem besonders förderlich für die Steigerung des Selbstbewusstseins. Unabhängig von der Existenz einer körperlichen Schwerbehinderung waren sich aber alle Befragten in ihren Zielfischarten einig: Am liebsten wird auf Karpfen, Hecht und Aal geangelt.

Nebst vielfältigem Nutzen erfahren Angler mit Behinderung aber auch zahlreiche Hemmnisse, die ihre Angelhäufigkeit beschränken. Insbesondere schwierige Zugänge zu Gewässern, das Fehlen einer geeigneten Begleitung sowie mangelnde Gesundheit waren der Umfrage zufolge wichtige Gründe für eine reduzierte Angelaktivität. Weil man meistens darauf angewiesen ist, gut erschlossene Gewässer zu nutzen, ist die Gewässerauswahl vor allem in Bundesländern mit vielen unwegsamen Naturseen, z.B. in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, für Menschen mit Handicap eingeschränkt.

Eine Steigerung der Angel-Qualität und damit indirekt auch der Freizeit- und Lebensqualität für Menschen mit Behinderung sollte besonders an diesen Knackpunkten ansetzen, so die Autoren der Studie, Philipp Freudenberg, Prof. Dr. Robert Arlinghaus und Dr. Uwe Brämick.

Ein Abbau von Zugangsbarrieren zu Gewässern würde eine erhöhte Entscheidungsfreiheit bei der Gewässerwahl ermöglichen. Förderlich sein könnten auch Sondererlaubnisse für die Nutzung von Wegen sowie barrierefrei gestaltete Pfade und Angelstellen.


-pm-