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News-Artikel




Abfuhr für Vogelschützer

Beitrag vom 18.11.2010


Kein Gehör fanden die Vogelschützer vor dem Verwaltungsgericht in Freiburg i.Br. mit ihrer Klage gegen die letztjährige Vergrämungsaktion in der Kormoranbrutkolonie am Untersee.


«Nur eine Nacht brauchte das Freiburger Verwaltungsgericht, um festzustellen: Das Vorgehen des Regierungspräsidiums (des Bundeslandes Baden-Württemberg. Red.) gegen die Kormorane am Bodensee war rechtens.» So berichtete die Badische Zeitung am vergangenen 19. Februar über die Abweisung der Klage, die der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gegen die nächtliche Kormoran-Vergrämungsaktion im Naturschutzgebiet Radolfzeller Achried eingereicht hatte. Wie erinnerlich, wurden anfangs April letzten Jahres die brütenden Vögel mit intensivem Halogenlicht von den Gelegen gescheucht. Wegen der dadurch bewirkten Abkühlung starben die Eier ab, das Ziel der Aktion war - ohne jegliche Schussabgabe - erreicht.



Gegen diese von den Medien live mitverfolgte Massnahme zur Regulation des dortigen Fischfresserbestands lief der Nabu Sturm und unternahm rechtliche Schritte. Ohne Erfolg. Die Vogelschützer wollen nun allerdings nicht aufgeben. Laut Nabu-Landeschef André Baumann wird das Freiburger Urteil an den Verwaltungsgerichtshof Mannheim weitergezogen. Für ihn ist klar: «Rechtswidrig und naturverachtend» habe das die Vergrämungsaktion anordnende Regierungspräsidium gehandelt. Ganz anderer Meinung sind allerdings die 29 haupt- und nebenamtlichen Berufsfischer am Untersee, die ähnlich wie ihre Kollegen an Schweizerseen mit Kormoranbrutkolonien unter den von den Schwarzröcken angerichteten Schäden an Netzen und Fängen leiden und zusehen müssen, wie die Fischbestände von der gefiederten Konkurrenz dezimiert werden.

Inzwischen macht sich das baden-württembergische Regierungspräsidium laut Zeitungsbericht für ein europaweites Kormoranmanagement stark, wie es im EU-Parlament aufgegleist wurde (vgl. Bericht über die EAA-GV). In der Schweiz interessiert vor allem die Frage, ob und in welchem Unfang die immer noch im Revisionsverfahren steckende Wasser- und Zugvogelreservatsverordnung (WZVV) ähnliche Vergrämungs- bzw. Regulationsmassnahmen in den Brutkolonien vorab am Neuenburgersee zulassen wird.