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News-Artikel




Pro & Contra - Entnehmen mit Augenmaß

Beitrag vom 04.10.2011


Es gibt Angeltage, da klappt wirklich alles: Tagesfänge über zehn maßige Zander sind dann an der Elbe nicht ungewöhnlich. Und da es in Hamburg keine Fangbegrenzung gibt, schöpfen manche Angler aus dem Vollen und nehmen einfach alle Fische mit. Dann haben sie zwar ein volles Gefrierfach, dem Gewässer aber haben sie durch den Raubbau geschadet. Viel besser wäre es, sich auf ein oder höchstens zwei Fische zu beschränken und den Rest zurückzusetzen. Schließlich soll der tolle Zanderbestand auch in den kommenden Jahren noch erhalten bleiben, und unsere Nachkommen sollen sich beim Zanderangeln entspannen dürfen. Um das zu gewährleisten, muss man sich aber heute beschränken.
Auch müssen nicht immer die kapitalsten Fische entnommen werden. Wer kann schon einen Zwei-Meter-Wels verwerten oder auch den Meterzander? Deshalb hat man in einigen skandinavischen Ländern festgelegt, dass untermaßige Fische und Kapitale ab einer bestimmten Länge wieder zurückgesetzt werden müssen, mittelgroße Fische aber in geringer Stückzahl verwertet werden dürfen.
Und machen wir uns nichts vor: Manche Fischarten brauchen viele Jahre, um zu kapitalen Größen abzuwachsen. Barsche über 40 Zentimeter sind häufig um die 20 Jahre alt und daher in vielen Gewässern eine Rarität. Warum sollte man einen solch alten Recken töten, wenn man für die Küche auch Fische zwischen 25 und 35 cm fangen kann? Außerdem haben gerade kapitale Fische meist beste Gene, die sie beim nächsten ablaichen weitergeben könnten.
Die Entnahme von Fischen sollte sich immer nach der Gewässersituation richten: Gibt es dort viele Fische einer Art, oder kommen nur vereinzelt Exemplare vor? Wird der Bestand durch Besatzmaßnahmen gestützt oder handelt es sich um einen wilden Bestand, der wenn er einmal weggefangen ist, sich nicht wieder regeneriert. In letzterem Fall sollte man sich besonders bescheiden zeigen.
Dass Fisch ein hervorragendes Lebensmittel darstellt, ist unbestritten. Und so fehlt uns Anglern auch der laut Deutschem Tierschutzgesetz geforderte "vernünftige Grund" nicht, Fische zu fangen und zu verwerten. Doch der Fang sollte mit Augenmaß erfolgen, um die Angelei für die Zukunft zu sichern.